Trump-Administration stoppt Offshore-Windprojekte wegen nicht näher bezeichneter Sicherheitsrisiken

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Die Trump-Regierung hat die Pachtverträge für fünf große Offshore-Windparks entlang der Ostküste ausgesetzt und dabei nicht näher bezeichnete „aufkommende nationale Sicherheitsrisiken“ angeführt. Die am Montag vom Innenminister Doug Burgum bekannt gegebene Entscheidung stoppt Projekte vor den Küsten von New York, Connecticut, Rhode Island, Massachusetts und Virginia.

Milliardeninvestitionen stehen auf dem Spiel

Die pausierten Projekte stellten etwa 5,8 Gigawatt potenzielle Kapazität für erneuerbare Energien dar – genug, um Millionen von Haushalten mit Strom zu versorgen – und seit 2021 Investitionen in Höhe von etwa 10 Milliarden US-Dollar. Der plötzliche Stopp gefährdet sowohl dieses Kapital als auch die zukünftige Energieproduktion.

Radarinterferenz als Begründung

Die Regierung verwies auf einen Bericht des Energieministeriums aus dem Jahr 2024, in dem detailliert beschrieben wird, wie Windkraftanlagen Radar-„Unordnung“ verursachen können. Diese Interferenzen können zu Fehlalarmen führen oder, wenn Abhilfemaßnahmen ergriffen werden, möglicherweise dazu führen, dass tatsächliche Ziele verfehlt werden. Der Bericht schlägt Lösungen vor, etwa die Senkung der Radarerkennungsschwellen oder die Vermeidung von Bauarbeiten in der Sichtlinie eines Radars.

Jahrzehntelange Zusammenarbeit ignoriert

Der Schritt widerspricht der jahrzehntelangen Zusammenarbeit zwischen Windparkbetreibern, Wissenschaftlern und dem Militär, um Radarstörungen zu minimieren. Ein betroffenes Projekt, das Coastal Virginia Offshore Wind, wurde laut Dominion Energy „in enger Abstimmung mit dem Militär“ entwickelt. Dennoch erklärte Minister Burgum am Montag, dass das Verteidigungsministerium „endgültig“ festgestellt habe, dass diese Projekte inakzeptable Radarstörungen verursachen.

Branchenkritik

Industriegruppen wie U.S. Clean Energy vom Environmental Defense Fund verurteilten die Entscheidung als unbegründet und rechtswidrig und argumentierten, dass sie die Ziele des Landes im Bereich der erneuerbaren Energien untergräbt.

„Wir sollten Amerikas größte erneuerbare Energiequelle nicht in die Knie zwingen … diese Regierung hat die Windenergie grundlos angegriffen.“ – Ted Kelly, U.S. Clean Energy beim Environmental Defense Fund

Weder das Innenministerium noch das Verteidigungsministerium antworteten auf Anfragen nach Kommentaren.

Die plötzliche Kehrtwende wirft Fragen zu den Prioritäten der Regierung auf: die Abwägung nationaler Sicherheitsbedenken gegen den dringenden Bedarf an sauberer Energie und Wirtschaftsinvestitionen. Die Entscheidung verdeutlicht die wachsenden Spannungen zwischen Energiepolitik, militärischen Interessen und der langfristigen Rentabilität der erneuerbaren Infrastruktur.

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