Eine neue Studie, die mit dem kostenlosen Videospiel Race Against Rot durchgeführt wurde, zeigt, dass Spieler bei der Simulation eines Apfelanbaus im kleinen Maßstab dem Wohlergehen der Gemeinschaft überwiegend Vorrang vor der Maximierung des persönlichen Profits einräumen. Die Ergebnisse deuten auf eine überraschende Bereitschaft der Öffentlichkeit hin, lokale Lebensmittelsysteme zu unterstützen, auch wenn dies bedeutet, selbst weniger Geld zu verdienen. Dies stellt die Annahme in Frage, dass wirtschaftliche Eigeninteressen immer die Entscheidungsfindung dominieren.
Das Experiment: Das Leben auf dem Bauernhof simulieren
Forscher der University of Vermont haben „Race Against Rot“ entwickelt, um die finanziellen Realitäten kleiner Farmen in den Vereinigten Staaten zu modellieren. Die Spieler verwalteten einen virtuellen Apfelgarten und wählten politische Entscheidungen wie den Verkauf auf Bauernmärkten statt im Großhandel, die Einführung eines universellen Grundeinkommens für Arbeiter und die Investition in lokale Lebensmittelzentren.
Um einen Anreiz zur Teilnahme zu schaffen, konnten die Spieler echtes Geld verdienen – 1 US-Dollar pro 40.000 US-Dollar simulierten Obstgartengewinns. Allerdings entschied sich die Mehrheit für Strategien, die die Versorgung ihrer virtuellen Nachbarn mit bezahlbarem Obst in den Vordergrund stellten, auch wenn dies bedeutete, dass sie ihre eigenen Einnahmen schmälerten. Forscher nannten dieses Verhalten „Gemeinschaftsernährung“.
Die harte Realität kleiner Bauernhöfe
Die Implikationen der Studie sind angesichts der prekären Lage der amerikanischen Landwirtschaft besonders relevant. Das USDA schätzt, dass 88 % der landwirtschaftlichen Betriebe in den USA als „kleine Betriebe“ eingestuft werden, die weniger als 350.000 US-Dollar pro Jahr verdienen. Viele dieser landwirtschaftlichen Betriebe weisen bei der Kostenrechnung Verluste auf, was eine nachhaltige Rentabilität zu einer erheblichen Herausforderung macht. Dieses systemische Problem und nicht die Gier der Landwirte treibt die Kosten für die Verbraucher in die Höhe.
Warum das wichtig ist
Die Bereitschaft, der Ernährung der Gemeinschaft in einer simulierten Umgebung Priorität einzuräumen, wirft eine kritische Frage auf: Warum sind unsere realen Lebensmittelsysteme nicht so strukturiert, dass sie diese öffentliche Meinung widerspiegeln? Aktuelle Verteilungsmodelle berücksichtigen oft nicht die sozialen Vorteile der Unterstützung lokaler Bauernhöfe. Die Forschung legt nahe, dass politische Interventionen wirksamer sein könnten, wenn sie den Wunsch der Öffentlichkeit nach einem gerechten Zugang zu Nahrungsmitteln und einem gleichberechtigten Lebensunterhalt der Landwirte berücksichtigen würden.
„Lösungen für gerechte Lebensmittelsysteme können nur aus gestellten Fragen und gesammelten Daten entstehen, die die Struktur und Funktion sowohl unseres aktuellen Lebensmittelsystems als auch jeglicher Vision für ein besseres System ehrlich widerspiegeln“, schließen die Studienautoren.
Hier geht es nicht nur um Altruismus; Es geht darum anzuerkennen, dass gesunde, nachhaltige Lebensmittelsysteme ein kollektiver Nutzen sind. Durch die Anerkennung dieses gemeinsamen Wertes können politische Entscheidungsträger wirksamere Strategien entwickeln, um Landwirte zu unterstützen und den Zugang zu hochwertigen Zutaten für alle sicherzustellen. Die Studie legt nahe, dass die Öffentlichkeit bereits mit an Bord ist; Jetzt besteht die Herausforderung darin, die Politik an dieser demonstrierten Präferenz auszurichten.

























