Der jährliche Guthman-Musikinstrumentenwettbewerb, der an der Georgia Tech in Atlanta stattfindet, stellt die ehrgeizigsten und ungewöhnlichsten musikalischen Erfindungen des Jahres vor. Die 28. Ausgabe, die vom 13. bis 14. März stattfindet, besteht aus zehn Finalisten, die neu definieren, was Instrumente sein können – und wie sie klingen.
Dabei geht es nicht nur um neue Synthesizer oder elektronische Optimierungen; Diese Schöpfer bauen Geräte, die die Grenze zwischen Technologie, Kunst und manchmal auch purer Absurdität verwischen. Der Preis von 10.000 US-Dollar ist zweitrangig gegenüber der Erkundung selbst: Was passiert, wenn man elektromagnetische Felder in Klang umwandelt oder einen mit Salzwasser betriebenen Synthesizer baut?
Jenseits traditioneller Instrumente: Eine neue Ära des Musikschaffens
Die Beiträge des Wettbewerbs kommen aus der ganzen Welt – Australien, Polen, Indien und das Vereinigte Königreich sind vertreten –, aber alle haben einen gemeinsamen Nenner: den Wunsch, sich von etablierten musikalischen Konventionen zu lösen. Der letztjährige Gewinner, das Chromaphon, nutzte eine flache Oberfläche zur Erzeugung von Tönen; Das diesjährige Programm verspricht noch disruptiver zu werden.
Hier ist ein genauerer Blick auf einige der auffälligsten Kreationen:
Die Amphibienmodule: Musik in flüssiger Form
Dieser modulare Synthesizer ersetzt herkömmliche Patchkabel durch ein Salzwasserbecken. Die Komponenten kommunizieren durch Flüssigkeitsströme und erzeugen sich entwickelnde, organische Klänge, die sich eher wie ein lebender Organismus als wie eine Maschine verhalten.
Die Dämonenbox: Unsichtbare Wellen nutzen
Die Demon Box erfasst elektromagnetische Frequenzen von Alltagselektronik (Telefone, Bohrmaschinen) und wandelt sie in Audio um. Stellen Sie sich vor, die Signale der modernen Welt zu „verbeugen“ oder zu „schlagen“, um Drohnen und Bilder zu erzeugen.
EV: Die elektrische Violine neu interpretiert
Dies ist nicht nur eine elektrische Geige; Es ist ein getarnter Computer. Ausgestattet mit Infrarot-Tonabnehmern analysiert es jede Nuance eines Bogenstrichs und verbindet akustische Wärme mit sofortiger digitaler Synthese.
Fiddle-Henge: Ein Roboterorchester
Fiddle-Henge ist eine hoch aufragende Skulptur, die vier Geigen um eine Basstrommel montiert und eine motorisierte Drehscheibe als „unendlichen Bogen“ verwendet. Es verbindet 3D-Druck mit antiker Technologie, um mechanische Rhythmen und meditative Drohnen zu erzeugen.
Gajveena: Der Bass-Veena-Hybrid
Dieses fast zwei Meter hohe Instrument verbindet einen Kontrabass mit klassischem indischem Design. Der hohle Hals fungiert als Klangkanal und ermöglicht mikrotonale Biegungen, die bei einem Bass bisher nicht möglich waren.
Kalíptera: Die geflügelte Kalimba
Dieses digitale Instrument bildet das Öffnen und Schließen seiner „Flügel“ auf eine komplexe Klangverarbeitung ab. Es erzeugt seine eigenen musikalischen Reaktionen und erzeugt ein Duett zwischen dem Darsteller und der Maschine.
The Lethelium: Scrap Metal Symphony
Dieses 24-saitige Instrument ist um eine Fahrradfelge herum gebaut und verwandelt Altmetall in ein chromatisches Orchester. Musiker schlagen, zupfen oder streichen seine „Speichen“, um Klänge zu erzeugen, die von einer Harfe bis zu einer Stahltrommel reichen.
Das Meisterwerk: Barrierefreie Synthese
Dieser Open-Source-Synthesizer hat die Form eines Puzzleteils und legt Wert auf Zugänglichkeit. Es verwendet Drucksensoren, sodass es mit jedem Objekt oder Hilfsmittel abgespielt werden kann und die Musikproduktion inklusive ist.
Post-Digital-Saxofon: Der Cyborg-Holzbläser
Dadurch wird ein vibrierendes Rohrblatt mit einem digitalen Gehirn verschmolzen. Elektromagnete manipulieren das Rohrblatt, um unmögliche Noten zu erzeugen und kombinieren dabei das rohe Spielgefühl eines Saxophons mit Looping und digitaler Manipulation.
VERTO: Musik machen mit „The Force“
Tragen Sie magnetische Tonabnehmer an Ihren Fingerspitzen und bewegen Sie sie über sich drehende Tonräder, um Klang zu erzeugen. Dieses analoge Instrument wandelt Nähe in Lautstärke und Tonhöhe um und formt mit einer Handbewegung Elektrizität.
Beim Guthman-Wettbewerb geht es nicht nur um Innovation; Es geht darum, die Grenzen dessen, was Musik ist, zu verschieben. Diese Instrumente zwingen uns dazu, traditionelle Definitionen zu überdenken und werfen Fragen zu Technologie, Kunstfertigkeit und der Zukunft des Klangs auf.
Die Veranstaltung an der Georgia Tech verspricht einen Einblick in diese Zukunft und eine Erinnerung daran, dass die seltsamsten Ideen oft zu den bahnbrechendsten Entdeckungen führen.
