In der Welt der Kunst- und Artefaktkonservierung entsteht eine neue und heimtückische Bedrohung: extremophile Schimmelpilze. Im Gegensatz zu herkömmlichen Pilzen, die in feuchten Umgebungen gedeihen, gedeihen diese xerophilen Arten in trockenen Umgebungen und nutzen Klimakontrollmaßnahmen, die darauf abzielen, Sammlungen zu schützen und sie in ideale Brutstätten zu verwandeln. Museen in ganz Europa und darüber hinaus kämpfen still und leise gegen Schädlinge, die konventionellen Methoden widersprechen, und Institutionen zögern, das Problem anzuerkennen, weil sie Geldkürzungen und Reputationsschäden befürchten.
Die stille Geißel
Seit Jahrzehnten verlassen sich Kuratoren auf die Kontrolle der Luftfeuchtigkeit, um Artefakte vor dem Verfall zu schützen. Forscher entdecken jedoch, dass genau diese Maßnahmen möglicherweise eine andere Art der Pilzinvasion begünstigen. Xerophile Schimmelpilze, die an raue Bedingungen wie Wüsten und Vulkanlandschaften angepasst sind, fressen heute Materialien des Kulturerbes – von Leinwandgemälden und Holzmöbeln über Wandteppiche bis hin zu Marmorstatuen. Diese Organismen ernähren sich nicht nur von organischer Substanz; Sie können Nährstoffe aus Staubansammlungen auf Oberflächen extrahieren, sodass diese praktisch nicht mehr nachweisbar sind, bis erhebliche Schäden auftreten.
Institutionelles Schweigen und Vertuschungen
Das Problem wird durch eine Kultur der Geheimhaltung innerhalb der Museumswelt verschärft. Institutionen unterdrücken häufig Berichte über Befall, um negative Schlagzeilen zu vermeiden, und Naturschutzteams sind zur Verschwiegenheit verpflichtet. Eine vom Autor durchgeführte Umfrage ergab, dass viele große Museen – darunter der Louvre, das British Museum und sogar das Vatikanische Museum – Anfragen entweder ignorierten oder ausweichende Antworten gaben. Dieses Schweigen ist auf die Befürchtung zurückzuführen, dass das Eingeständnis von Schimmelproblemen die Finanzierung und die Ausstellungsmöglichkeiten gefährden könnte.
Wie Xerophile Umweltschutzbemühungen ausnutzen
Diese Schimmelpilze, insbesondere solche aus der Gruppe Aspergillus section stricti, gedeihen unter Bedingungen mit niedriger Luftfeuchtigkeit, die die meisten anderen Pilze abtöten würden. Sie schaffen ihr eigenes Mikroklima, indem sie Feuchtigkeit aus Salzkristallen absorbieren und so trockene Umgebungen effektiv in Oasen für das Pilzwachstum verwandeln. Luftdichte Lagersysteme wie Compactus-Regale verschärfen das Problem, indem sie diese Organismen in sich selbst erhaltenden Ökosystemen einschließen.
Fallstudien: Von Dänemark nach Kiew
Fälle von xerophilem Schimmelpilzbefall wurden in mehreren Institutionen dokumentiert:
- Dänemark: Restauratoren des Roskilde-Museums entdeckten weiße, schimmernde Flecken auf Textilien, die konventionellen Tests standhielten, später aber als Aspergillus -Arten identifiziert wurden. Nach der Exposition entwickelten die Mitarbeiter grippeähnliche Symptome.
- Italien: In alten Bibliotheken in Rom, Genua und Modena kam es zu einem Befall von Manuskripten, wobei die Schimmelpilze in klimatisierten Compactus-Regalen überlebten.
- Ukraine: Fresken in der Sophienkathedrale in Kiew entwickelten trotz jahrzehntelanger Klimakontrolle braune Flecken, was die Forscher verblüffte, bis eine molekulare Analyse das Vorhandensein xerophiler Pilze bestätigte.
Die Rolle des Klimawandels
Die globale Erwärmung beschleunigt die Ausbreitung dieser extremophilen Schimmelpilze. Während einige Regionen feuchter werden, trocknen andere aus, was mehr Arten in den Überlebensmodus drängt. Wenn Museen als Reaktion auf unregelmäßige Wetterverhältnisse die Klimakontrollen verschärfen, schaffen sie unbeabsichtigt die perfekten Bedingungen für die Besiedelung von Sammlungen durch diese robusten Pilze.
Die Zukunft der Konservierung
Es geht darum, die Grenzen des xerophilen Lebens zu verstehen und die anfälligsten Artefakte zu identifizieren, bevor weiterer Schaden entsteht. Forscher entwickeln neue Testmethoden und Pilzmedien zum Nachweis dieser Schimmelpilze. Die Herausforderung bleibt jedoch bestehen: Wie kann das kulturelle Erbe vor Organismen geschützt werden, die dort gedeihen, wo sie nicht gedeihen sollten? Museen müssen sich dieser aufkommenden Bedrohung offen stellen und mit Mykologen zusammenarbeiten, um Konservierungsstrategien anzupassen, bevor noch mehr von unserer gemeinsamen Geschichte verloren geht.
Die Implikationen sind klar: Traditionelle Konservierungstechniken reichen nicht mehr aus. Ein proaktiver, wissenschaftlich fundierter Ansatz ist entscheidend, um unser kulturelles Erbe vor diesen unerbittlichen, anpassungsfähigen Eindringlingen zu schützen.


























