Seltener Galapagos-Albatros vor der Küste Kaliforniens gesichtet

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Seltener Galapagos-Albatros vor der Küste Kaliforniens gesichtet

Ein Wellenalbatros, eine Art, die normalerweise nur auf den Galapagosinseln vorkommt, wurde vor der Küste Zentralkaliforniens beobachtet, was für nordamerikanische Ornithologen ein außergewöhnlich seltenes Ereignis darstellt. Die von Forschern an Bord eines Schiffes 23 Meilen vor Point Piedras Blancas bestätigte Sichtung ist erst das zweite dokumentierte Auftauchen dieses Vogels so weit nördlich.

Das Geheimnis einer wandernden Spezies

Der Albatros, erkennbar an seiner riesigen Flügelspannweite von 8 Fuß und dem auffälligen gelben Schnabel, brütet ausschließlich auf den Galapagosinseln, etwa 3.000 Meilen südlich. Die Frage ist nun, warum sich dieser besondere Vogel so weit außerhalb seines bekannten Verbreitungsgebiets vorwagte. Die Meeresornithologin Tammy Russell, die die Sichtung beobachtete, beschrieb den Vogel als „landstreichenden“ Vogel – einen Vogel, der weit über seine üblichen Migrationsmuster hinaus gereist sei.

Russell weist darauf hin, dass dasselbe Individuum im Oktober vor der Küste Nordkaliforniens gesichtet wurde, was darauf hindeutet, dass es keine Eile hat, nach Süden zurückzukehren. Es ist schwierig, die Ursache dieser Abweichung zu ermitteln. Es könnte das Ergebnis eines Sturms sein, der nach Norden geweht wurde, oder einfach ein ungewöhnlich abenteuerlustiges Individuum. Da der Vogel in der letzten Saison wahrscheinlich nicht gebrütet hat, befindet er sich möglicherweise auf einer ausgedehnten Erkundungsreise, bevor er für den nächsten Brutzyklus auf die Galapagosinseln zurückkehrt.

Naturschutzbedenken und Klimatrends

Der Wellenalbatros wird von der International Union for Conservation of Nature als vom Aussterben bedroht eingestuft. Sein Lebensraum ist auf die Tropen beschränkt, insbesondere auf Lavafelder auf den Galapagosinseln. Die Art kann bis zu 45 Jahre alt werden und ernährt sich von Fischen, Tintenfischen und Krebstieren.

Diese Sichtung gibt Anlass zu allgemeiner Besorgnis über veränderte Verbreitungsmuster der Wildtiere. Russell weist auf frühere Beobachtungen hin, dass Tölpelarten vor Kalifornien aufgrund steigender Meerestemperaturen und Meereshitzewellen immer häufiger vorkommen. Wenn die Sichtungen von Albatrossen zunehmen, könnte das darauf hindeuten, dass Umweltveränderungen diese Vögel nach Norden treiben, was erhebliche Auswirkungen auf ihr langfristiges Überleben haben könnte.

„Wenn dies ein Zeichen dafür ist, dass sich diese Art nach Norden bewegt, haben wir jetzt einige Basisdaten, als wir sie zum ersten Mal entdeckten“, sagte Russell. Dies könnte ein entscheidender erster Schritt sein, um zu verstehen, wie sich der Klimawandel auf wandernde Arten auswirkt.

Das Erscheinen dieses einsamen Albatross ist ein einzigartiges Ereignis, könnte aber auch ein Vorbote größerer ökologischer Veränderungen im Pazifischen Ozean sein. Eine kontinuierliche Überwachung wird unerlässlich sein, um festzustellen, ob es sich um einen Einzelfall oder um ein Zeichen eines größeren Trends handelt.