Die Vereinigten Staaten erleben eine bizarre Winterspaltung: Brutale Kälte erfasst den Osten, während Rekordwärme den Westen dominiert. Das ist kein Zufall; Es ist das Ergebnis eines gestörten atmosphärischen Musters, das sich bald umkehrt und die Wetterlage im ganzen Land verändert.
Der Polarwirbel und sein schwächer werdender Griff
Der Schlüssel zu diesem Verständnis liegt im Polarwirbel, einer wirbelnden Masse kalter Luft, die auf die Arktis beschränkt ist. Wenn dieser Wirbel schwächer wird, wird seine kreisförmige Strömung welliger. Stellen Sie sich einen Fluss vor, der sich stark krümmt, anstatt gerade zu fließen – das passiert, wenn der Wirbel an Stärke verliert. Diese Kurven bestimmen, wo kalte Luft nach Süden strömt und wo warme Luft nach Norden strömt.
Die aktuelle Konfiguration verstärkt bestehende geografische Faktoren. Die Rocky Mountains und die Präsenz des Pazifischen Ozeans begünstigen einen Bergrücken (Warmluftbiegung) über dem Westen und eine Mulde (Kaltluftbiegung) über dem Osten. In diesem Winter gab es eine extreme Version dieses natürlichen Musters.
Erwärmung der Arktis und gestörte Muster
Der schwächelnde Wirbel trägt zwar zu diesen Extremen bei, ist aber kompliziert. Die Arktis erwärmt sich schnell, aber dadurch ist die Kaltluft nicht vollständig verschwunden. Stattdessen werden extreme Kälteeinbrüche störender, weil weniger Menschen darauf vorbereitet sind. Für viele jüngere Amerikaner war der jüngste Kälteeinbruch die kälteste Woche ihres Lebens, während die Menschen im Westen den wärmsten Winter seit Beginn der Aufzeichnungen erlebt haben.
21 Prozent der USA hatten die wärmste Dezember-Januar-Periode seit 1940, was verdeutlicht, wie weit verbreitet diese Wärme war. Dabei geht es nicht nur um Komfort; es hat Konsequenzen.
Verzögerte Auswirkungen im Westen
Der warme Winter im Westen wird nicht unbemerkt bleiben. Während der Osten mit unmittelbaren Störungen wie Reisechaos und Stromausfällen zu kämpfen hat, sieht sich der Westen mit verzögerten, aber ebenso schwerwiegenden Problemen konfrontiert: einem erhöhten Dürrerisiko, möglicher Wasserknappheit und einer höheren Wahrscheinlichkeit von Waldbränden später im Jahr. Die Folgen dieser ungewöhnlichen Wärme werden noch lange nach dem Temperaturabfall anhalten.
Der Wandel kommt
Das derzeitige Muster droht zu brechen, da die Temperaturen im Osten steigen und im Westen feuchtere, kühlere Bedingungen herrschen. Diese Verschiebung wird wahrscheinlich durch subtile Veränderungen in den Sturmmustern im tropischen Pazifik ausgelöst, die sich wie fallende Dominosteine durch die Atmosphäre bewegen. Regen oder Schnee sind zwar willkommen, werden die bestehenden Defizite jedoch nicht vollständig beseitigen.
Der starke Kontrast dieses Winters unterstreicht, dass es beim Klimawandel nicht nur um wärmere Durchschnittswerte geht; es geht um immer extremere und unvorhersehbarere Wetterereignisse. Die Störungen sind nicht nur physischer, sondern auch gesellschaftlicher Natur, da Infrastruktur und Gemeinden Schwierigkeiten haben, sich an diese schnellen Veränderungen anzupassen.
