Der versteckte Preis: Wie sich die Pflege in der Familie auf die Gesundheit auswirkt und was dagegen unternommen wird

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Etwa jeder fünfte amerikanische Erwachsene kümmert sich mittlerweile um einen chronisch kranken oder behinderten Angehörigen, oft um einen älteren Verwandten. Obwohl die emotionale Belastung bekannt ist, zeigen Untersuchungen, dass pflegende Angehörige einem deutlich höheren Risiko für körperliche Erkrankungen und vorzeitigen Tod ausgesetzt sind. Eine CDC-Studie aus dem Jahr 2024 ergab, dass pflegende Angehörige bei 13 von 19 Gesundheitsindikatoren schlechter abschneiden als nicht pflegende Angehörige. Dies bestätigt, dass chronischer Stress nicht nur psychisch bedingt ist, sondern den Körper zerstört.

Die Biologie der Belastung

Die Ursache des Problems liegt darin, dass anhaltender Stress das Immunsystem beeinträchtigt. Pionierarbeiten in der Psychoneuroimmunologie aus den 1980er und 1990er Jahren, insbesondere von Janice Kiecolt-Glaser, zeigten, dass Pflegekräfte langsamer von körperlichen Verletzungen heilen. Das ist nicht nur ein Gefühl der Müdigkeit; Es handelt sich um messbare biologische Schäden.

Auch Pflegekräfte zeigen Anzeichen einer beschleunigten Alterung. Studien zeigen eine schnellere Verkürzung der Telomere (Schutzkappen auf den Chromosomen) und einen Rückgang naiver T-Zellen – wichtige Immunreserven. Dadurch sind sie biologisch älter und anfälliger für Krankheiten, einschließlich Erkrankungen wie Diabetes, Asthma und Fettleibigkeit. Die kombinierte Wirkung von Stress und Entzündungen führt zu dem, was Forscher als „Entzündung“ bezeichnen, einem Prozess, bei dem chronische Entzündungen zu altersbedingten Körperschäden führen.

Die neue Antwort: Belastbarkeit und Unterstützung

Jahrelang waren die Pflegekräfte sich selbst überlassen. Jetzt nutzen Wissenschaftler Erkenntnisse zur Stressanpassung, um gezielte Unterstützung zu entwickeln. Die Psychologin Elissa Epel betont, dass Pflege an sich kein Todesurteil ist; Resilienzfaktoren sind wichtig.** Innovative Programme werden landesweit repliziert, und im Jahr 2024 haben die Centers for Medicaid und Medicare Services Richtlinien verabschiedet, um Ärzten dabei zu helfen, Familien in der direkten Pflege zu schulen.

Ein vielversprechender Ansatz ist das kognitive Training. Eine Studie von Kathi Heffner aus dem Jahr 2025 ergab, dass Betreuer, die sich acht Wochen lang mit Gehirntrainingsspielen beschäftigten, eine verbesserte Verarbeitungsgeschwindigkeit und Aufmerksamkeit zeigten und ein Jahr später über weniger Stress durch die Herausforderungen ihrer Angehörigen berichteten.

Der Weg nach vorne

Die Belastung für das Pflegepersonal nimmt mit der Zeit oft zu, insbesondere bei fortschreitenden Erkrankungen wie Krebs oder Demenz. Während die Reduzierung der Arbeitsbelastung weiterhin von entscheidender Bedeutung ist, verlagert sich der Schwerpunkt auf die Stärkung der Widerstandsfähigkeit.

Wenn wir die Fähigkeit der Pflegekräfte, sich an Stress anzupassen, verbessern können, wird dies zu besseren Ergebnissen und einer höheren Lebensqualität für diejenigen führen, die diese wichtige, aber oft unerkannte Arbeit leisten. Das ist ein Ergebnis, das für alle Priorität haben sollte.