Die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) hat einer Überprüfung des mRNA-basierten Influenza-Impfstoffs von Moderna zugestimmt und damit eine nur eine Woche zuvor getroffene Entscheidung rückgängig gemacht. Die anfängliche Ablehnung war auf Bedenken hinsichtlich der Vollständigkeit der klinischen Studiendaten von Moderna zurückzuführen, doch die Agentur akzeptiert nun einen überarbeiteten Antrag.
Politischer Kontext und regulatorischer Wandel
Diese Kehrtwende vollzieht sich unter der Führung des Gesundheits- und Sozialministers (HHS) Robert F. Kennedy Jr., einem lautstarken Kritiker der mRNA-Impfstofftechnologie. Seine Abteilung überwacht die FDA, und seine Skepsis wirft Fragen über die bisherige Haltung der Behörde auf. HHS-Sprecher Andrew Nixon erklärte, dass Gespräche zwischen der FDA und Moderna zu einem „überarbeiteten Regulierungsansatz“ und einem geänderten Antrag geführt hätten. Der Wandel ist angesichts der früheren Kritik von Kennedy Jr. an mRNA-COVID-Impfstoffen bemerkenswert, was auf eine mögliche Änderung der Politik innerhalb der Behörde hindeutet.
Warum mRNA-Grippeimpfstoffe wichtig sind
Der Moderna-Impfstoff nutzt die gleiche mRNA-Technologie, die sich bei COVID-19-Impfstoffen als wirksam erwiesen hat und denen zugeschrieben wird, dass sie Millionen von Leben gerettet haben. mRNA-Impfstoffe wirken, indem sie genetische Anweisungen injizieren, die den Zellen beibringen, virale Proteine zu produzieren und so eine Immunantwort auslösen, ohne das Virus selbst einzuschleusen. Diese Methode bietet mehrere Vorteile:
- Rapid Manufacturing: mRNA-Impfstoffe können schnell hergestellt werden, was eine schnelle Reaktion auf neu auftretende Virusvarianten ermöglicht.
- Flexibilität: Die Technologie ist anpassungsfähig und eignet sich daher für Impfstoffe gegen eine Reihe von Krankheiten, darunter Grippe und sogar Krebs.
Expertenreaktionen und Implikationen
Experten für Infektionskrankheiten bewerten die Entscheidung der FDA positiv. William Schaffner, Professor am Vanderbilt University Medical Center, betont die Bedeutung einer fairen Bewertung neuer Impfstoffe. Angie Rasmussen, Virologin an der University of Saskatchewan, weist darauf hin, dass die Vorteile von mRNA-Impfstoffen die Risiken überwiegen.
Robert Hopkins, medizinischer Direktor der National Foundation for Infectious Diseases, fügt hinzu, dass ein mRNA-Grippeimpfstoff ein „großer Fortschritt“ beim Schutz vor schwerer Grippe sein könnte.
Die Bereitschaft der FDA, diesen Impfstoff zu prüfen, ist von großer Bedeutung, da die mRNA-Technologie ihr Potenzial bei der Reaktion auf Pandemien unter Beweis gestellt hat und nun einen Weg zu einem wirksameren saisonalen Schutz bietet.
Dieser Schritt signalisiert eine mögliche Beschleunigung der Entwicklung und Verfügbarkeit von Grippeimpfstoffen der nächsten Generation.
