Klage stellt EPA-Rücknahme der Feststellung einer Klimabedrohung in Frage

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Medizinische und Umweltverbände verklagen die Environmental Protection Agency (EPA) wegen ihrer jüngsten Entscheidung, eine wissenschaftliche Feststellung aus dem Jahr 2009 zurückzuziehen, dass der Klimawandel eine Gefahr für die menschliche Gesundheit darstellt. In der Klage, die am 18. Februar von der American Public Health Association (APHA), der American Lung Association, der Union of Concerned Scientists und anderen eingereicht wurde, wird argumentiert, dass die Kehrtwende der Behörde etablierte wissenschaftliche Erkenntnisse ignoriert und die öffentliche Sicherheit gefährdet.

Die Bedeutung des „Gefährdungsbefundes“

Die „Gefährdungsfeststellung“ von 2009 war ausschlaggebend für die Begründung der Befugnis der EPA, Treibhausgasemissionen im Rahmen des Clean Air Act zu regulieren. Dieses Urteil, das durch den Fall Massachusetts gegen EPA des Obersten Gerichtshofs aus dem Jahr 2007 gestützt wurde, erkannte Kohlendioxid und andere Treibhausgase als Schadstoffe an, die einer Regulierung unterliegen. Die Erkenntnisse ermöglichten direkt die Festlegung von Emissionsstandards für Fahrzeuge, die im Jahr 2022 28 Prozent der gesamten US-Emissionen ausmachten. Durch die Aufhebung dieser Feststellung entzieht die EPA eine wichtige Rechtsgrundlage für künftige Klimavorschriften.

Die Kernargumente der Klage

Die Kläger machen geltend, dass die EPA eindeutig die Pflicht habe, die öffentliche Gesundheit zu schützen, und dass die wissenschaftlichen Beweise, die die Schäden des Klimawandels belegen, schlüssig seien. Georges Benjamin, CEO der APHA, erklärte: „Die Wissenschaft ist klar: Klimawandel und Luftverschmutzung bedrohen die Gesundheit aller.“ In der Klage wird behauptet, dass die Entscheidung der EPA diese Realität außer Acht lässt und möglicherweise künftige Vorschriften zu Kohlenstoffemissionen von Autos, Lastwagen und anderen Quellen schwächt oder aufhebt.

Das Eskalationspotenzial

Diese rechtliche Anfechtung könnte einen wichtigen Kampf um die Klimaregulierung neu entfachen und möglicherweise erneut den Obersten Gerichtshof erreichen. Sollten die Kläger obsiegen, könnte die EPA gezwungen sein, die Gefährdungsfeststellung wieder in Kraft zu setzen und so ihre Fähigkeit zur Regulierung von Treibhausgasen zu wahren. Sollte der Fall das höchste Gericht erreichen, würde dies die Bereitschaft der Justiz auf die Probe stellen, den Klimaschutz gegen politische Rückschläge aufrechtzuerhalten.

Die EPA lehnte es ab, sich zu der Klage zu äußern, als Scientific American sie kontaktierte, und hielt an ihrer Politik fest, aktive Rechtsstreitigkeiten nicht anzusprechen.

Im Wesentlichen stellt diese Klage einen kritischen Versuch dar, die wissenschaftlich fundierte Klimapolitik gegen politische Einflussnahme zu verteidigen. Das Ergebnis wird darüber entscheiden, ob die EPA über die rechtlichen Instrumente verfügt, die zur Abmilderung der gesundheitlichen Auswirkungen der globalen Erwärmung erforderlich sind, oder ob diese Schutzmaßnahmen aufgehoben werden.