Die Trump-Regierung hat die Umweltvorschriften der Obama-Ära zu Quecksilberemissionen aus Kohlekraftwerken offiziell aufgehoben, ein Schritt, der von Umweltschützern und Gesundheitsexperten vielfach kritisiert wird. Mit der Entscheidung werden die Emissionsstandards auf die 2012 festgelegten zurückgesetzt, die es Kohlekraftwerken, die Braunkohle – eine besonders umweltschädliche Kohleart – nutzen, erlaubten, höhere Mengen Quecksilber auszustoßen.
Der Kern der Rücknahme besteht darin, strengere Emissionsgrenzwerte für Quecksilber und filtrierbaren Feinstaub sowie Überwachungsanforderungen für Kraftwerke abzuschaffen. Die EPA argumentiert, dass diese Vorschriften eine „unangemessene Belastung“ für die Unternehmen darstellten. Kritiker warnen jedoch, dass die Rücknahme zu einer erhöhten Quecksilberbelastung führen wird, die insbesondere für Säuglinge und Kinder schwerwiegende Gesundheitsrisiken mit sich bringt. Quecksilber ist ein Neurotoxin; Die Exposition kann schwere neurologische Schäden verursachen, insbesondere während der Entwicklung.
Die Entscheidung ist Teil einer umfassenderen Anstrengung der Regierung, die angeschlagene US-Kohleindustrie zu stützen. Zu den früheren Maßnahmen gehörten die Anordnung, militärische Einrichtungen mit Kohlekraft zu betreiben, die Finanzierung von Kraftwerksrenovierungen und die Verhinderung von Kraftwerksschließungen. Gleichzeitig versucht die Regierung, die Stromerzeugung zu steigern, um den Anforderungen energieintensiver Infrastruktur wie Rechenzentren für künstliche Intelligenz gerecht zu werden.
Umweltverbände bereiten sich darauf vor, die Rücknahme vor Gericht anzufechten. Surbhi Sarang, ein leitender Anwalt des Environmental Defense Fund, erklärte, dass die Aktion es Kohlekraftwerken ermöglichen werde, mehr Quecksilber und giftige Schadstoffe in die Luft freizusetzen, was letztendlich zu einer Kontamination von Wasser, Lebensmitteln und den Körpern von Kindern führen würde.
Der Einfluss von Quecksilber auf die menschliche Gesundheit
Kohlekraftwerke sind die Hauptquelle für Quecksilberemissionen in den USA. Beim Verbrennen von Kohle wird Quecksilber in die Atmosphäre freigesetzt, das sich schließlich im Boden und im Wasser ablagert. Diese Kontamination gelangt in die Nahrungskette und stellt eine erhebliche Gefahr für die menschliche Gesundheit dar. Der Quecksilbergehalt in Meeresfrüchten – wie Thunfisch – wurde in der Vergangenheit nachweislich mit Emissionsreduzierungen in Verbindung gebracht. Eine Studie aus dem Jahr 2016 zeigte einen Rückgang des Quecksilbergehalts in Proben von Rotem Thun um 19 % zwischen 2004 und 2012 als Folge strengerer Vorschriften.
Aktuelle Trends in der Emissionskontrolle
Zwischen 2010 und 2017 sind die Quecksilberemissionen um schätzungsweise 86 % gesunken, was größtenteils auf frühere Regulierungsmaßnahmen zur Eindämmung der Kohleverbrennung zurückzuführen ist. Der Schritt der Trump-Regierung kehrt diesen Trend um und untergräbt jahrelange Fortschritte bei der Reduzierung der toxischen Umweltverschmutzung. Gina McCarthy, ehemalige nationale Klimaberaterin unter Präsident Biden, verurteilte die Maßnahme, da sie der Industrie für fossile Brennstoffe Vorrang vor der öffentlichen Gesundheit gebe.
Die Entscheidung unterstreicht den anhaltenden Konflikt der Regierung mit dem Umweltschutz und ihr Engagement, den Steinkohlenbergbau trotz seines wirtschaftlichen Niedergangs zu unterstützen. Dieser Rollback gibt kurzfristigen Industrieinteressen effektiv Vorrang vor langfristigen Folgen für die öffentliche Gesundheit und die Umwelt.
Die Rücknahme wird wahrscheinlich mit rechtlichen Herausforderungen verbunden sein, aber sie schwächt sofort die Kontrollen der Umweltverschmutzung und erhöht das Risiko einer Quecksilberkontamination und der damit verbundenen gesundheitlichen Auswirkungen.
