Forscher aus Arkansas haben möglicherweise eine nachhaltige, proteinreiche Lösung für die größte Herausforderung des veganen Käsemarktes gefunden: Proteinmangel. Eine aktuelle Studie der University of Arkansas, die in Future Foods veröffentlicht wurde, legt nahe, dass Reis – insbesondere Nebenprodukte aus der Reismahlung – die Schlüsselzutat für die Entwicklung gesünderer, nährstoffreicherer pflanzlicher Käsealternativen sein könnte.
Das Proteinproblem bei veganem Käse
Aktuelle vegane Käsesorten ahmen oft die Textur und den Geschmack von Milchkäse nach, sind jedoch häufig unzureichend, wenn es um den Nährwert geht. Den meisten fehlt ein ausreichender Proteingehalt, ein entscheidender Bestandteil für ein sättigendes und gesundes Lebensmittelprodukt. Die Forscher gehen davon aus, dass die Lösung möglicherweise bereits auf landwirtschaftlichen Betrieben verfügbar ist.
### Arkansas: Ein Reis-Kraftpaket
Arkansas ist der größte Reisproduzent in den Vereinigten Staaten, erntet im Jahr 2024 über 1,4 Millionen Acres und liefert fast die Hälfte des Reises des Landes. Beim Mahlen von Reis entstehen erhebliche Nebenprodukte: zerbrochene Körner und Reiskleie. Das US-Landwirtschaftsministerium schätzt, dass das Land jährlich 14,3 Millionen Tonnen Reiskleie und 24,8 Millionen Tonnen gebrochene Körner produziert – insgesamt 3,3 Millionen Tonnen ungenutztes Protein.
Das Potenzial ausschöpfen
Die Forscher Mahfuzur Rahman und Ruslan Mehadi Galib extrahierten und analysierten chemisch Proteine aus braunem Reis, Körnern und Kleie und identifizierten dabei vier molekulare Kernkomponenten: Albumin, Globulin, Glutelin und Prolamin. Durch die Kombination dieser Proteine mit Kokosnussöl und Maisstärke entstanden vegane Käserezepte mit bis zu 12 % Protein. Dies ist deutlich höher als bei vielen bestehenden Alternativen.
Jenseits von Käse: Umweltfreundliche Extraktion
Das Team erforscht außerdem Möglichkeiten, den Proteinextraktionsprozess nachhaltiger zu gestalten. Aktuelle Methoden basieren auf Hexan, einem gängigen Lösungsmittel, aber Rahman untersucht Ultraschallwellen als umweltfreundlichere Alternative. Reisproteine könnten möglicherweise Öle und Eier in anderen Lebensmittelanwendungen ersetzen und so ihren Nutzen weiter steigern.
Das Potenzial von Reisproteinen geht über den reinen veganen Käse hinaus und bietet eine nachhaltige Möglichkeit, Lebensmittelverschwendung zu reduzieren und den Nährwert pflanzlicher Produkte zu steigern.
Die Forschung zeigt, dass ein oft übersehenes landwirtschaftliches Nebenprodukt die Grundlage für eine neue Generation proteinreicher, umweltbewusster Lebensmittelalternativen sein könnte.
