Gerettete Greifvögel werden im New England Wildlife Center in Massachusetts einer einzigartigen Form der Pflege unterzogen: manuelles Klauen- und Schnabelschneiden. Das ist kein saisonaler Witz; Es handelt sich um ein notwendiges Verfahren für Tiere, die in freier Wildbahn nicht mehr überleben können. Da diese Vögel nicht mehr dem natürlichen Verschleiß durch Jagd und Flucht ausgesetzt sind, werden ihre Krallen und Schnäbel übermäßig lang, was ein Eingreifen des Personals des Zentrums erfordert.
Das Problem der verwöhnten Krallen
Im Gegensatz zu Vögeln in ihrem natürlichen Lebensraum interagieren in Gefangenschaft gehaltene Vögel nicht mit abrasiven Oberflächen wie Baumrinde oder Beute. Das bedeutet, dass ihre Krallen und Schnäbel nicht auf natürliche Weise nach unten gefeilt werden. Greg Mertz, CEO des New England Wildlife Centre, erklärt, dass diese Vögel in einer „verwöhnten Umgebung“ leben, in der ihre Nägel länger wachsen als in freier Wildbahn.
Der Vorgang ist vergleichbar mit dem Schneiden der Krallen eines Hundes oder dem Formen der Hufe eines Pferdes durch einen Hufschmied: Er ist für deren Komfort und Wohlbefinden von entscheidender Bedeutung.
Wie der Prozess funktioniert
Das New England Wildlife Centre verfolgt einen sanften, aber entschlossenen Ansatz. Vögel werden sorgfältig in bunte Handtücher oder Decken eingewickelt, um sie während des Trimmens sicher zu halten. Anschließend verwenden die Mitarbeiter Feilen und Scheren, um die Krallen zu kürzen und zu glätten, und feilen die Schnäbel ab, wobei sie manchmal einen Finger zwischen Ober- und Unterschnabel halten, um einen sicheren Arbeitsbereich zu gewährleisten.
Mertz bevorzugt elektrische Drahtschneider wegen ihrer Präzision, die es ihm ermöglicht, die Arbeit klar zu sehen. Trotz des Verfahrens versichert er, dass die Krallen niemanden verletzen würden, wenn ein Vogel darauf landen sollte.
Jenseits der körperlichen Pflege: Eine Lektion in Rehabilitation
Der Ansatz des Zentrums geht über die Grundversorgung hinaus. Viele dieser Vögel, wie zum Beispiel die Streifenkauz Strix, wurden mit Verletzungen – etwa gebrochenen Flügeln – eingeschleppt, die ihre Auswilderung verhindern. Strix, der als Jugendlicher wahrscheinlich mit einem Fahrzeug zusammenstieß, spielt heute eine wichtige Rolle bei der Aufklärung Tausender Kinder über Eulen pro Jahr.
Diese Vögel sind nicht mehr für das Überleben in freier Wildbahn gerüstet, und die Pediküre des Zentrums sorgt dafür, dass sie sich wohl und gesund fühlen und dient gleichzeitig einem pädagogischen Zweck.
Bei der Methode des New England Wildlife Centre geht es nicht nur darum, Krallen zu kürzen; Es geht darum, den Tieren, die diese benötigen, eine spezielle Pflege zu bieten, um sicherzustellen, dass sie auch in Gefangenschaft gesund bleiben und weiterhin zur Naturschutzerziehung beitragen.


























