Während sich die Artemis-II-Mission darauf vorbereitet, Menschen auf einen historischen zehntägigen Vorbeiflug am Mond mitzunehmen, hat sich ein Großteil der öffentlichen Faszination einem überraschend irdischen Detail zugewandt: der Speisekarte. Insbesondere die fünf scharfen Soßen, die zur Begleitung der Crew ausgewählt wurden – die weiteste Reise, die jemals ein Gewürz in der Geschichte der Menschheit gemacht hat.
Die Artemis II-Gewürzreihe
Nach wochenlangen Spekulationen im Anschluss an die erste Menüübersicht der NASA wurden die konkreten Marken bestätigt. Laut Victoria Segovia, einer Spezialistin für öffentliche Angelegenheiten am Johnson Space Center, reisen die Astronauten mit:
- Cholula
- Tabasco
- Sriracha
- Heinz Hot Taco Sauce
- Franks RedHot
Eine „milde“ Auswahl für Raumfahrer
Für scharfe Soßenliebhaber mag das Angebot enttäuschend erscheinen. Gemessen anhand der Scoville-Skala – dem Standardmaß für den Capsaicinspiegel – tendiert die Auswahl zum milderen Ende des Spektrums.
Die „heißeste“ Option an Bord ist Cholula, die etwa 3.600 Scoville Heat Units (SHUs) erreicht. Obwohl dies einen „respektablen Biss“ bietet, verblasst es im Vergleich zu vielen kommerziellen Saucen, die Zehntausende oder sogar Millionen SHUs erreichen. Dicht dahinter folgen Tabasco und Sriracha (beide rund 2.500 SHUs), während Frank’s RedHot mit lediglich 450 SHUs am unteren Ende der Hitzeskala liegt.
Warum Wärme in der Mikrogravitation wichtig ist
Bei der Entscheidung, diese speziellen Soßen einzupacken, geht es nicht um kulinarische Tapferkeit; es ist eine praktische Lösung für ein physiologisches Problem. Im Weltraum ist Essen aufgrund zweier Hauptfaktoren eine sensorische Herausforderung:
- Flüssigkeitsverschiebungen: In der Schwerelosigkeit verteilen sich Körperflüssigkeiten in Richtung Oberkörper. Dies führt zu Schwellungen in den Nasengängen und verursacht ein Gefühl, das einem starken Schnupfen ähnelt.
- Olfaktorische Interferenz: Da vieles von dem, was wir als „Geschmack“ wahrnehmen, tatsächlich Geruch ist, verhindert eine verstopfte Nase, dass Geruchsmoleküle die Geruchsrezeptoren erreichen.
Infolgedessen schmeckt das Essen oft langweilig, metallisch oder seltsam verändert. Der ehemalige NASA-Astronaut Douglas Wheelan bemerkte, dass während seiner Zeit auf der Internationalen Raumstation Erdbeeren unnatürlich süß schmeckten und grüne Bohnen ihren charakteristischen Geschmack verloren.
Das Fazit: Astronauten verlassen sich auf scharfe, aromatische Gewürze wie scharfe Soße, um die durch Staus verursachte sensorische Trägheit zu „durchdringen“ und Mahlzeiten schmackhafter und psychologisch befriedigender zu machen.
Fazit
Der Artemis-II-Hot-Sauce-Auswahl fehlt vielleicht die extreme Schärfe, aber sie erfüllt einen wichtigen funktionalen Zweck. Diese Gewürze sind unverzichtbare Werkzeuge, um Astronauten dabei zu helfen, die sensorischen Verzerrungen des Weltraums zu überwinden und sicherzustellen, dass eine Mahlzeit auch im Vakuum der Mondumlaufbahn angenehm bleibt.


























