Sechs Tage lang stand der NASA-Rover Curiosity vor einer unerwarteten technischen Herausforderung: Er hob versehentlich einen schweren Marsfelsen auf und konnte ihn nicht ablegen. Der Vorfall, der am 25. April begann, drohte, das wichtigste wissenschaftliche Instrument des Rovers lahmzulegen, aber die Missionsingenieure konnten das Problem durch eine Reihe sorgfältiger Manöver erfolgreich lösen.
Der versehentliche Aufzug
Das Problem begann während einer routinemäßigen Probenahme. Der Roboterarm von Curiosity bohrte in eine Felsformation mit dem Spitznamen „Atacama“, um Pulver für die chemische Analyse zu sammeln. Allerdings war Atacama kein Standardziel. Die Formation war beträchtlich – sie war 1,5 Fuß breit, 15 cm dick und wog etwa 28,6 Pfund.
Als der Bohrer in die Oberfläche eindrang, brach er die oberen Schichten des Gesteins auf. Im Gegensatz zu früheren Fällen, in denen Trümmer einfach abfielen, blieb dieses Mal der gesamte Brocken an der Bohrhülse hängen. Als Ingenieure versuchten, den Arm zurückzuziehen, hoben sie versehentlich den Stein von der Marsoberfläche.
„Durch Bohrungen wurden in der Vergangenheit die oberen Gesteinsschichten zerbrochen oder abgetrennt, aber nie blieb ein Stein an der Bohrhülse haften“, erklärte die NASA.
Warum das wichtig war
Auch wenn das Bild eines Rovers, der einen Felsbrocken trägt, komisch erscheinen mag, stellte die Situation ein ernstes Risiko für die Mission dar. Der Bohrer von Curiosity ist ein Präzisionsinstrument, das für seine wissenschaftlichen Ziele unerlässlich ist. Wenn das Gestein haften bliebe, wäre der Bohrer unbrauchbar. Darüber hinaus bestand bei jedem gewaltsamen Versuch, das Gestein zu lösen, die Gefahr einer Beschädigung des Roboterarms oder des Bohrmechanismus selbst. Ohne diese Werkzeuge wäre die Fähigkeit von Curiosity, die Geologie des Mars zu analysieren, stark beeinträchtigt.
Die Sechs-Tage-Lösung
Die Missionsleiter verbrachten fast eine Woche damit, eine Strategie zu entwickeln, um das Werkzeug freizugeben, ohne Schaden anzurichten. Der Prozess umfasste drei verschiedene Phasen:
- Erste Versuche: Ingenieure versuchten zunächst, das Werkzeug zu vibrieren – eine Technik, die dem „Aus- und Wiedereinschalten“ bei Computerstörungen ähnelt. Vier Tage lang blieb der Stein fest stecken.
- Neuausrichtung: In einem zweiten Versuch richtete das Team den Roboterarm neu aus und ließ den Bohrer erneut vibrieren. Dadurch wurde etwas Sand abgelöst, die Hauptgesteinsmasse konnte jedoch nicht freigesetzt werden.
- Der Durchbruch: Am sechsten Tag führten die Ingenieure ein komplexeres Manöver durch. Sie neigten den Bohrer leicht, drehten das gesamte Werkzeug und ließen es vibrieren, während sie gleichzeitig den Bohrer drehten.
Diese Bewegungskombination funktionierte sofort. Das Gestein zerbrach unter der Belastung und fiel auf die Marsoberfläche zurück, wodurch der Bohrer frei wurde.
Missionsstatus
Die NASA hat keine bleibenden Schäden am Rover oder seinen Instrumenten gemeldet. Curiosity ist nun betriebsbereit und bereit, die Erkundung des Roten Planeten fortzusetzen. Der Vorfall verdeutlicht die Unvorhersehbarkeit der Feldrobotik, bei der selbst Routineaufgaben auf unerwartete physikalische Variablen stoßen können.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die erfolgreiche Erholung von Curiosity aus diesem „Stein und Hartplatz“-Szenario dafür sorgt, dass der Rover seine lebenswichtige wissenschaftliche Arbeit fortsetzen kann und beweist, dass sorgfältige Technik selbst die hartnäckigsten Marshindernisse überwinden kann.

























