Ratten. Mäuse. Streifenhörnchen. Erschreckend viele von ihnen trugen das Sin Nombre-Hantavirus in sich.
Stephanie Seifert hat sie erwischt. Sie ist Assistenzprofessorin an der Washington State University. Ihr Team veröffentlichte die Ergebnisse Ende April in Emerging Infectious Diseases.
Hier ist das Ding. Es war nicht das Andenvirus. Das ist der Fall, der derzeit auf einem Kreuzfahrtschiff Schlagzeilen macht, Menschen krank macht und bislang drei Menschen tötete. Sin Nombre gehört zur selben Familie, ja. Aber es ist deutlich. Die Studie fand letzten Sommer statt, bevor es überhaupt zu dem Ausbruch auf See kam.
Die Zahlen sind klebrig. Bei etwa 10 % der 189 gefangenen Tiere war das Virus zu diesem Zeitpunkt aktiv in ihrem Körper vorhanden. Bei fast 30 % traten Antikörper auf.
Das bedeutet, dass die Exposition weitaus häufiger vorkommt, als wir dachten.
Seifert nennt die Ergebnisse überraschend. Frühere Verdächtige hatten es niedrig.
Wie wichtig ist das?
Sin Nombre bekommt man nicht durch Husten. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch findet nicht statt. Man muss den Staub einatmen. Kot. Urin. Direkter Kontakt mit Nagetieren und deren Chaos. Dieser Engpass sorgt dafür, dass Fälle beim Menschen selten werden.
Selten, aber tödlich.
Denken Sie an 1993. Vier Ecken. Elf Tote. Fast zwei Dutzend Kranke. Damals traf die Welt auf das Virus. Die Sterblichkeit liegt zwischen 35 % und 50 %. Es wird nicht abgespielt.
Die meisten US-Fälle landen im Südwesten. Schon immer. Doch der pazifische Nordwesten übertrifft sein Gewicht. Schauen Sie sich die Daten von 1993 bis 2022 an. Insgesamt 864 Fälle in den USA. Einhundertneun davon ereigneten sich in Idaho, Oregon oder Washington.
Seifert weist auf das Fehlen historischer Grundlagen hin. Wir haben keine Ahnung, ob der Nagetiertransport im Laufe der Jahrzehnte gewachsen ist oder flach geblieben ist.
Das Klima könnte jedoch den Ausschlag geben. Nasse Winter ernähren Pflanzen. Pflanzen ernähren Mäuse. Warme Winter bedeuten eine längere Brutdauer. Die Überlebenschancen steigen. Mehr Nagetiere.
Auch die Landnutzung verändert die Dynamik.
„Wir wissen, dass die Bodenbearbeitung schädlich für Nagetiere ist“, sagte Seifert und beschrieb, wie die traditionelle Landwirtschaft sie abschreckt. „Die aus den Ackerflächen zu umliegenden Flüchtlingen, einschließlich ländlichen Häusern, fliehen.“
Landwirte stellen jetzt auf Direktsaat um. Vielleicht gut für den Boden. Aber hält es Nagetiere näher an der Farm? Oder ermöglicht es, dass sich unterschiedliche Bevölkerungsgruppen bis zu unseren Veranden ausbreiten können?
Seifert weiß es nicht.
Sie will es wissen. Sie hat einfach nicht das Geld. Die Finanzierung versiegte.
Die Frage bleibt in der Luft hängen. Sind wir mit leisen oder lauteren Feldern sicherer? Es hat noch niemand geantwortet.
