Schnee bedeckt heute die Gipfel der Nordwest-Territorien Kanadas. Kalt. Still. Aber 500 Millionen Jahre zurückgehen? Es war ein alter Meeresboden. Eine Küche des Lebens. Zerknitterte Pfannkuchen. Fleischige Wedel. Spiralen huschen im Dunkeln.
Dies waren einige der frühesten komplexen Lebewesen der Erde. Und sie sind einfach umgezogen.
Forscher fanden einen Fossilienvorrat, der die Zeitlinie neu schreibt. Die in Science Advances ausführlich dargelegten Funde deuten darauf hin, dass die Tiefsee als Kinderstube für komplexes Leben fungierte. Keine Sackgasse. Eine Startlinie.
Die Beute
Scott Evans leitete das Team. Paläontologe. Amerikanisches Museum für Naturgeschichte. Um an diese Steine zu kommen, fuhren er und seine Crew vierzehn Stunden. Dann nahmen sie einen Hubschrauber. Unwegsames Gelände. MacKenzie-Berge.
Eine Reise wert.
Die Stätte brachte über 100 Exemplare hervor. Abdrücke auf schlammfarbenem Stein. Weiche Körper. Sie sehen anders aus als ältere Ediacara-Funde. Vertrauter. „Diese sehen aus wie Tiere“, sagt Evans. Sie bewegen sich. Sie vermehren sich sexuell. Große Meilensteine.
Betrachten Sie die Dickinonia. Ein Frisbee aus Fleisch. Kein Mund. Es saugte Algen durch seine Unterseite. Dann ist da noch Kimberella. Tropfenförmig. Es kratzte am Boden. Wahrscheinlich ein Molluskenverwandter.
Und die Funisia. Rohrförmig. Schwammig.
Sie könnten die ersten gewesen sein, die Gameten ins Wasser geworfen haben. Wie Korallen heute. Spermien und Eizellen schwimmen weg.
Diese Fossilien führen die frühen Tiere in eine tiefere Zeitspanne zurück.
Das ist das Fazit. Mary Droser sagt es. Sie hat diese Arbeit nicht gemacht, aber sie hat zugesehen, wie es landete. Sie ist Paläontologin an der UC Riverside. Ihr Punkt: Das Ediacara wird normalerweise in Stücke geteilt. Zuerst einfache stationäre Dinge. Komplexe Beweger später, etwa 559 Millionen Jahre.
Die neuen Fossilien sagen: falsch. Sie lebten Seite an Seite. Seit Millionen von Jahren. Kein Ersatz. Nur Zusammenleben.
Wo es passiert ist
Der Kontext ist wichtig. Die Felsen hier weisen keine Wellenspuren auf. Keine Wellenmuster. Evans argumentiert, dass es sich dabei um einen Tiefsee handelte. Weit weg vom Ufer.
Dies dreht ein Skript um. Lidya Tarhan aus Yale sieht die Implikation klar. Die meiste Evolution verläuft von oberflächlich bis tief. Oder vom Land zum Wasser. Dies deutet auf das Gegenteil hin. Ein langsames Kriechen aus den dunklen Tiefen zum Licht. „Ungewöhnlich“, nennt sie es.
Warum dort? Warum nicht der Strand?
Denken Sie darüber nach. Flaches Wasser ändert sich schnell. Die Sonne brennt. Gezeiten stürzen ab. Die Temperaturen schwanken. Die Tiefsee ist ruhig. Kalt, ja. Dunkel, auf jeden Fall. Aber konstant.
„Wenn Sie eine Temperatur herausfinden können“, bemerkt Evans, „können Sie loslegen.“
Stabilität ist ein Luxus. Der sicherste Ort für ein sanftes, verletzliches Experiment war vielleicht nicht unter der Sonne. Aber in der erdrückenden Dunkelheit.
Die Zeitachse verschiebt sich erneut. Wir müssen tiefer schauen. Und noch weiter hinten. Was verbergen sie sonst noch?
